Ein neuer … Bouldacop Blog

15 Aug 2011     2 Kommentare    PLÄCE: Allgemein, Bouldacop, Team Blog
ÄÄHHHCKHHNA GEEHHGOODNICESICK
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Ich wurde beschnüffelt, angebellt und dem Glanzstück meiner Essensvorräte, allen voran dem Prosciutto-Weckerl mit Gouda und Gurckerl, von der Frau Irmi aus dem Feinkost-Spar zubereitet, beraubt. Die folgenden Zeilen müssen als autotherapeutischer Verarbeitungsversuch dieses Traumas verstanden werden. 

Dahoam in der urbanen Wüste vergeht kein Feinstaub vekrustetes Tagerl, ohne dass  irgendein Waldi was aufs Trottoir flüstert. Ob man das Herrl jetzt auf das dazugehörige Sackerl des gar grausligen Gackerls (ß das es so eine infantile Sprache bis auf die politische Tageskarte des Wiener Rathauses geschafft hat, ist ein anderes, sehr sehr trauriges Thema, das mehr aussagt als so manche, teuer lancierte Imagekampagne) aufmerksam machen soll, hängt meistens vom phyischen Verhältnis der beiden Parteien ab, welche die Darmaktivität des behaarten Vierbeiners schicksalshaft zusammengeführt hat. Gewaltbereit anmutenden oder gar bewaffneten MitbürgerInnen lässt man es gerne durchgehen, wenn die Töle eine Bletsch´n direkt vor der Haustür ablädt. Scheint das Gegenüber ungefährlich bzw. im Zweikampf dominierbar, ist´s was anderes. Da wird aus dem braven, die andere Wange darbietenden Christen über dessen Bett Jesus und Ghandi grinsen, John Rambo VS das Übel der Welt. Das Erfahrungskaleidoskop Mensch-Hund hat unzählige Episoden, das ein oder andere Kapitel hat jeder einmal erlebt.

Langes Intro, kurzer Sinn mit anderen Worten bottom line: Ich habe nichts gegen Hunde. Ehrlich. Sie sind irgendwie nett. Wenn auch überflüssig.  Gehören sie dennoch zum urbanen Alltag wie der Stau und die sonntäglichen Zeitungs-Fladeranten.

Was ich an ihnen mag: Für einen abgelutschten Knochen sind die treuen Gefährten allemal käuflich. Diese opportunistisch gepolte Einfachheit lässt die haarigen Dinger wieder  sympathisch erscheinen. Weiters sind sie unterwürfig und gehorsam und können nicht aus ihrer Haut bzw. ihrem Fell – ich versteh´, dass Mensch das schätzt. Wenn man den lieben langen Tag von den in der Hackordnung höher platzierten Vorgesetzten auf den Kopf geschissen kriegt, möchte man man auch mal ganz laut „Platz!“ schreien. Und wenn sich echt einer hinsetzt, dann super.

Schon recht, als nicht-Hundehalter hab ich natürlich keine Ahnung von der Symbiose Mensch und Tier, die so alt ist, wie die Zivilisation selbst, aber folgende Diagnose bedarf keines Hundekenners. Wenn die Viecher am Fels meinen Rucksack nach Essbarem durchstöbern oder sich mitten auf  Seil legen, während ich gerade sichere, nur um dann neben meinem Seilsack zu markieren,  oder wenn sie direkt vor die Wand scheissen, dann gibt’s nix zu reden, zu verstehen oder sonstwas – da ist alles glasklar. Wenn die mit zeitgerechten Modennamen versehenen Wastl´s und Waldi stundenlang imaginären Rehen hinterherkläffen, die sie glauben zu erschnüffeln (die Sinne der Stadthunde sind von Chappi und Raumdeo meistens so abgestumpft, dass sie ein solches nicht erkennen würden, wenn es kaum eine Nasenbreite entfernt lautstark äst) ist der Traum vom entspannten Tag am Fels passé. Was die Einsicht in die eigene Rücksichlosigkeit betrfitt, sind die Pinscher meist so reflekiert wie ihre BesitzerInnen, machen grosse, verständnislose Augen, oder sabbern. „Der will doch nur seinen Spass haben und beisst auch nicht. Hundelulu ist voll biologisch, bitte. Und nur Batterie-Säure ist schlecht für Seil und Schlingenmaterial, schlag nach bei Pit Schubert“. Aber er pisst, er kläfft und er markiert.

Ich habe mir zwar überlegt, dicht zu halten, und gute Miene zum bösen Spiel zu machen und an meiner Toleranz zu arbeiten, aber es ging nicht. Ich wünschte ich hätte die Engelsgedud, des Dalai Lama. Hab ich aber nicht. Unter Umständen ziehe ich mir mit dem Folgenden den Groll vieler meiner Mitmenschen zu. Zieh ich halt.

Was soll´s, dear all, es geht halt nicht anders. Die Hunde gehören an die Leine, wenn sie fremde Rucksäcke plündern oder mit den anderen Artgenossen knurrend die Hackordnung ausschnapsen und ein Korb ums Maul, wenn sie es nicht halten können. Aus Rücksicht sollte man sie in den meisten Fällen gar nicht mitnehmen – muss sich das Herrl halt entscheiden, was die Priorität ist. Im Leben ist leider nicht alles möglich. Letztlich sind die Vierbeiner aber nicht die Deppen, sondern ihre HalterInnen, die das einfach nicht kapieren wollen.

Fazit: wenn sich das alles nicht ändert, muss eine andere Sprache gesprochen, andere Geschütze aufgefahren werden. Im Klartext heisst das pissen, kläffen und vor allem: Markieren. You don´t wanna see that. Ein solches Handeln würde zwar 10000 Jahre Zivilisationsgeschichte ignorieren und ich müsste meine humanistische Sozialisierung mit Füssen treten, aber spätestens, wenn einem das Unangenehme, das man partout nicht sehen will,  selbst widerfährt, sversteht es jeder, auch das Herrl. Hey, ich will doch auch nur meinen Spass haben, bin eigentlich ganz lieb und beiss´ sicher nicht. Und unter bestimmten Umständen hab ich auch nichts gegen Leinen.

 

 


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2 Kommentare + Kommentar hinzufügen

  • ich kann deinen ärger verstehen. würd mir genauso gehen. als besitzer von drei hunden kann ich glaubhaft eines versichern: hundebesitzer haben einen an der waffel. nicht die charmante art von spleen, der all denen anhaftet, die sich für irgendwas besonders interessieren, ihre freizeit einer bestimmten tätigkeit gewidmet haben. sondern die art von nicht ganz frisch sein, die mich als fellow hundemensch dazu bringt einen grossen bogen um andere hundebesitzer zu machen. der bogen wird übrigens proportional zu der grösse des “der tut nix”, “der will nur spielen”, “schosshund” oder was sonst noch draufstehen möge-stickers am brustgeschirr größer.
    allerdings möchte ich mich hier auf die seite der hunde schlagen. die können erstens nix dafür, weil wenn ihnen niemand beibringt was geht und was nicht geht, woher sollen sie es dann wissen?
    zweitens ist es heut zutage nicht leicht seinen vierbeiner irgendwo frei laufen zu lassen. mein erster hund hat bis er sieben war keine leine gekannt. frei laufen war kein problem und es gab nie konflikte. weil er ein cooler hund war der ausserdem noch gecheckt hat was passt und was nicht. heute gibt es in vielen gemeinden leinenzwang und / oder maulkorbzwang. wenn man also an einen platz kommt wo genug menschen sind, dass die chancen sehr gering sind dass ein übermotivierter waidmann den hund erlegt um das gefühl zu haben die welt gerettet zu haben, dann lässt man seinen hund dort gern mal kurz erfahren wie es sich anfühlt mal mal free solo durch den tann zu streifen. warum jemand der selbst klettert seinen hund nicht anleint versteh ich nicht ganz. kann man ja nicht auf ihn aufpassen. hätte ich kein gutes gefühl dabei.
    aber deine idee mit dem kläffen und pissen find ich gut. knurren geht auch. diese zeichen versteht praktisch jeder hund dem sie das hirn noch nicht raus gezüchtet haben und er hat was gelernt bezüglich was geht und was nicht. zwar nicht dein job, aber irgendeiner muss ihn ja machen.
    im zweifelsfall stellt sich meist heraus dass die hunde wesentlich lernfähiger sind als die typen am anderen ende der nicht vorhandenen leine.

    und wenn dir mal (berechtigter weise) der kragen platzt achte bitte darauf dass es das richtige mitglied der mensch-hunde-seilschaft trifft.

    thx

    p.s. bouldercop ich leiwand. taugt ma

  • sorry – soll natürlich heissen: bouldacop ist (ned ich) leiwand!

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