Thecopgoesblog#22

8 Okt 2011     Kein Kommentar    PLÄCE: Bouldacop, Team Blog
ÄÄHHHCKHHNA GEEHHGOODNICESICK
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Das klimaktische Magazin hat ja neben seiner Anspruch, den Klettersport irgendwie, keinesfalls jedoch realistisch darzustellen, noch eine weitere Funktion und zwar als Auffangbecken für soziale Grenzfälle. Es ist klar, dass aufgrund dessen so manches seinen ganz eigenen Verlauf nimmt.

Was, die Abo-Heftchen sind noch nicht da? Wie sollen sie auch, wenn der Postbeauftragte die Liste aufgegessen hat, um zu zeigen, dass er über den Dingen steht, sich von niemandem etwas sagen lassen muss und die 200000 Hefte erst dann einzeln zur Post bringt, wenn ihm der Sinn danach steht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Magazine ähnliche Szenarien vorzuweisen haben, auch nicht, dass sie, um den Platz auf ihrer einzigen Festplatte, einem TI 30, den irgendein Redaktionsmitglied mal auf der Strasse gefunden hat, zu sparen, ihre Listen immer noch handschriftlich und als Unikat ausfertigen. Was soll man machen, das ist der Gang der Dinge. Strikte Weisungsungebundenheit und antihierarchische Verhältnisse sind eine Sache, das nächste Problem ist der Urlaub. Arbeitsrechtlich steht er ja einem/einer jeden zu, doch was dessen Länge betrifft, sind die Meinungen redaktionsintern so unvereinbar wie Wasser und Öl. Die Vorstellungen bewegen sich von „lebenslang“ bis „mindestens 364 Tage pro Jahr“ Und überhaupt ist das Recht in Österreich eine dubiose, schwer zu fassende Angelegenheit. Wahrscheinlich handelt es sich dabei eh nur um einen transzendental-philosophischen Begriff, der sich zwar spannend liest, dem aber jegliches Pendant in der Realität fehlt.

Kurzum, in Redaktionskreisen wird zumeist spontan, absichtlich ohne Vorwarnung, natürlich ohne Hinweis auf Dauer und Wiederkehrsdatum auf Urlaub gegangen. Ist ein Mitarbeiter weder per Mail noch per Telefon erreichbar, kann das viele Gründe haben. Er ist nicht mehr am Leben, unter getaucht weil nach ihm gefahndet wird, nach Feuerland oder Novosibirsk ausgewandert, sauer wegen des noch immer nicht vorhandenen Businessplans, der undurchsichtigen Gehaltsverteilung (Editor zu Chefredakteur = 1536,2 zu 0,91) oder einfach auf Urlaub. Dass Letzteres der Fall ist, merkt man daran, dass das Spesenkonto im Minutentakt eine Abbuchung erfährt und man die Nummer von dem lästigen Bankbeauftragten dauernd am Display hat.

Findige Impressum-ExegetInnen beklagen, dass ich mit diesem Blog nur mein persönliches Geltungs- und Mitteilungsbedürfnis befriedige anstatt seriös Artikel zu fabrizieren – schließlich soll das nächste Heftl ja baldigst erscheinen. Das ist natürlich treffend analysiert – was hab ich sonst davon bei Schönwetter die Tasten niederzuhämmern, wenn nicht ein bisschen Balsam für mein Ego? -und auch zu 100% richtig. Schließlich sehe ich nicht ein, wieso ich, als einziger Verbliebener hier die ganze Arbeit machen soll. Master M. macht einen auf Troglodyt und fährt in eine Riesenhöhle nach China um Fledermäuse zu beobachten, Kollege S. ist mit Leib und Seele, sowie der Pensionsvorsorge seiner Eltern in eine riesiges Immonbilienprojekt involviert, Sylekaiserin B. stellt in Brixen und im Louvre aus und der Fontogenius F. hat seinen Klettergurt an den Nagel gehängt und ist aufs stundenlange Abstrampeln reingekippt und umrundet den Globus mit seinem Carbongaul schon zum zweiten Mal diese Woche.

Also warum zur Hölle soll ICH was arbeiten? Nur weil ich keinen Urlaub habe? Samma lustig? Abgesehen davon, liebe LeserInnen, haben wir noch eine Woche, bis das PDF in der Druckerei sein muß. Das Coverphoto haben wir immerhin schon und mit ein bisserl Glück gehen sich auch die restlichen 120 Seiten zeitgerecht aus.

 

 


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